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Chronik


Von der Gründung der Feuerwehr Mureck

(Originalauszug aus der Festschrift zum 60jährigen Bestande der Freiwilligen Feuerwehr Mureck 1931)

In früheren Jahrhunderten wurde Mureck oft von verheerenden Bränden und Überschwemmungen heimgesucht. Noch gab es keine durchgreifenden feuerpolizeilichen Maßnahmen, keine schlagkräftige Feuerwehr und noch war die Mur nicht reguliert.

Zwar haben Richter und Rat schon um 1600 Feuerlöschrequisiten (Wasserbottiche, lederne Löscheimer u.a.m.) vorgeschrieben, welche zur Erwerbung des Bürgerrechtes zu stiften waren, doch grundlegend wurde der Feuersgefahr damit nicht begegnet.

Am 1. Juni 1781 fasste die Bürgerschaft von Mureck den Beschluss, eine Sammlung zu veranstalten, um das Geld für eine Feuerspritze zu beschaffen. Schon zwei Monate später konnte der Marktrichter beim Glockengießer in Graz eine Feuerspritze von „guter Qualität“ in Auftrag geben. Im Jahre 1795 schloss die Bürgerschaft mit Josef Lebitsch einen Vertrag über eine zur Unterbringung der Feuerspritze zu erbauende Hütte an einer Ecke der Gartenmauer des Kapuzinerklosters. Die Hütte wurde von der Gemeinde erbaut und war Eigentum des Marktes. Der Grund, auf dem sie stand, gehörte dem Josef Lebitsch und die Gemeinde versprach ihm jährlich einen Gulden Zins zu zahlen.

Am 8. Juli 1868 betraute der Gemeindeausschuss einige seiner Mitglieder mit der Ausarbeitung einer Feuerlöschordnung, da bereits arge Missstände zu beseitigen waren. Dieser Sonderausschuss der Gemeindevertretung kam bis zum 1. Oktober desselben Jahres zu keinem anderen Antrag, als der Gemeinde die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr als „radikale“ Abhilfe vorzuschlagen. Gerade eilig schien man den Antrag nicht behandelt zu haben, da erst am 15. März des folgenden Jahres 1869 eine Feuerlöschordnung beschlossen und der Antrag angenommen wurde: die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr „anzustreben“. Jedoch schon am 7. April desselben Jahres stellte der damalige Bürgermeister den Antrag, den Beschluss über eine Feuerwehrgründung aufzuheben. Zum Glück wurde der Antrag des Bürgermeisters abgelehnt. Die Gegenströmung gegen die Feuerwehr bestand in Kreisen außerhalb des Gemeinderates, der der Bürgermeister glaubte, Rechnung tragen zu müssen.

Die Gegnerschaft wird wohl einzig und allein ihren Grund in der Schwierigkeit der Aufbringung der Mittel gehabt haben. Mit der Widmung von 800 Gulden durch die Gemeinde, welche die Sparkasse mit ebenfalls 800 Gulden und die Wechselseitige Versicherungsanstalt um 150 Gulden erhöhten, war die Gründung der Wehr gesichert. Mit der Durchführung waren die Herren Dr. Anton Schormann, Johann Leber, Richard Robathin, Johann Kienzl und Johann Schweighofer betraut.

Sie beriefen am 24. November 1870 eine Versammlung ein, bei welcher 78 Mann ihren Beitritt zur Freiwilligen Feuerwehr Mureck erklärten. Die Satzungen wurden am 14. Jänner 1871 behördlich genehmigt. Zum ersten Hauptmann wurde Johann Schweighofer gewählt. Die Mitglieder und Gründer brachten zu den Widmungen der Gemeinde, Sparkasse u. Wechselseitigen Versicherungsanstalt weitere 2075 Gulden auf.  Am 9. Februar 1871 wurde eine Metz`sche Abprotzspritze samt Schläuchen angekauft. Für die Ausbildung nahm sich der Verein die Freiwillige Turnerfeuerwehr in Graz zum Vorbild.


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